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Am 22. April 2009 stand das für den Bereich Personenverkehr zuständige Vorstandsmitglied der DB Mobility Logistics AG Dr. Karl-Friedrich Rausch den Abgeordneten des Bundestagsausschusses für Tourismus zu bahn- und tourismuspolitischen Themen Rede und Antwort. Auch Bettina Herlitzius als tourismuspolitische Sprecherin der Fraktion wandte sich mit Fragen und Kritik an ihn.
Sie thematisierte insbesondere die Bereiche barrierefreier Zugang zu Informationen, Ticketerwerb und zum Bahnverkehr selbst, das Problem der Fahrradmitnahme in ICE-Zügen und die bessere Anbindung von Kurorten. So könne es nicht sein, dass angesichts der wachsenden Bedeutung des Fahrradtourismus, nach wie vor der Transport von Fahrrädern nur in den wesentlich langsameren IC möglich ist. Sie verwies hier auf das Beispiel des französischen Hochgeschwindigkeitszuges TGV. Das Modell unserer Nachbarn wäre auch in Deutschland praktikabel. Nötige Umbaumaßnahmen sollten auch aus Kostengründen sukzessive bei ohnehin nötigen Instandsetzungen und beim Neuerwerb von Fahrzeugen berücksichtigt werden.
Herlitzius mahnte weitere Initiativen der DB zur Stärkung ländlicher Räume an. Die enge Verknüpfung von Fern- und Nahverkehr müsse vorangetrieben werden. Gerade Regionen die auf Tourismus setzten, wären im besonderen Maße von einer guten Anbindung an die Ballungszentren abhängig. Zudem sei für touristisch geprägte Gemeinden die Attraktivität der Bahnhöfe von Belang. Die Sanierung der Bahnhöfe im ländlichen Raum und insbesondere in Kurorten müsse dabei den Ansprüchen der Nachhaltigkeit genügen und auch barrierefreies Reisen ermöglichen. Rausch versprach es werde "keinen Rückzug aus der Fläche" geben.
Er berichtete, dass zuletzt erstmalig mehr Fahrkarten an Automaten und über das Internetportal erworben wurden als in den Reisezentren der DB. Zurückzuführen sei dies auch auf die Zuschläge, die nach wie vor am Schalter verlangt werden. Gerade an kleinen Regionalbahnhöfen gibt es heute ebenfalls keinerlei Möglichkeiten Fahrkarten ggf. in Reisebüros mit persönlicher Beratung zu erstehen. Dieses Verfahren setzt gerade ältere aber auch sehbehinderte Menschen, die auf die persönliche Beratung angewiesen sind, einseitiger Benachteiligung aus. Das will Bettina Herlitzius so nicht hinnehmen: Guter Service muss an erster Stelle stehen und allen Kunden der DB – auch ohne Aufschlag - zur Verfügung stehen!
Die Kritik von Herrn Rausch an den steuerlichen Rahmenbedingungen – die Bahn ist der einzige Verkehrsträger in Deutschland, der voll besteuert wird –, teilte auch die grüne Bundestagsabgeordnete. Die fortgesetzte Bevorzugung der Straße gegenüber der Schiene, sowohl in der Steuerpolitik als auch bei den Investitionen in die Infrastruktur, ist ein weiteres Beispiel für die verfehlte Verkehrspolitik der Bundesregierung.
Insbesondere die Förderung der Umstellung auf die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien bieten Chancen für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Bahn AG. Mit 54 Prozent Kohlestrom, 32 Prozent Atomstrom und 14 Prozent Wasserkraft ist der Bahnstrommix umwelt- und klimaschädlicher als der Strommix in den öffentlichen Netzen. Die Bundesregierung als hundertprozentige Eigentümerin hätte angesichts der großen Versprechungen der angeblichen "Klimakanzlerin" hier längst gegensteuern müssen. In einem Antrag, der demnächst im Verkehrsausschuss zur Abstimmung steht, fordert die bündnisgrüne Bundestagsfraktion die schnellstmögliche hundertprozentige Umstellung des Bahnstromes auf erneuerbare Energien bis 2030.