Bettina Herlitzius, MdB

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12. Mai 2009

Europatakt und Tourismusbahn

Foto mit M. Cramer

Tijl Moreau von den "Eisenbahnfreunden Grenzland" präsentiert am Stellwerk Walheim die Pläne zur Reaktivierung der Vennbahn. Karin Schmitt-Promny, Europakandidatin aus Aachen, Bettina Herlitzius MdB, T.Moreau, Michael Cramer MdEP (v.l.n.r.)

 

Auf Einladung von Bettina Herlitzius besuchte der Europaabgeordnete Michael Cramer Aachen und die Grenzregion. Im Mittelpunkt der politischen Gespräche mit deutschen und belgischen Verkehrsexperten stand die europäische Bahnpolitik. Im Hochgeschwindigkeitsverkehr fördert die EU u.a. die Strecke Paris-Brüssel-Aachen-Köln. Doch während auf belgischer Seite die Trasse fertig ist, wurde auf deutscher Seite gebummelt. Doch nicht nur die zögerliche Investitionspolitik der Deutschen Bahn verschleppt die notwendige Verkürzung der Reisezeiten. Bettina Herlitzius wies auf die ungetakteten Verbindungen Brüssel-Berlin mit langen Umstiegzeiten hin: „Was nutzen milliardenschwere Investitionen in Infrastruktur mit einem Fahrzeitgewinn von 35 Minuten, wenn man 50 Minuten in Köln auf den Anschlusszugwartet?“ Sie forderte einen Europa-Takt für den europäischen Fernverkehr.

Michael Cramer, der Verkehrsobmann der Grünen im Europaparlament ist, kritisierte die Autovorrangpolitik der EU, die massiven Lobbyinteressen geschuldet ist. So schreibt die EU vor, dass im Schienenverkehr Trassenmindestpreise zu erheben sind. Umgekehrt wird die Erhebung von LKW-Maut freigestellt und die Höchstpreise gedeckelt, die inder Schweiz dreimal höher sind, als sie in der EU sein dürfen. „So wird eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße erreicht. Lärmgeplagte BürgerInnen und die Umwelt in Europa brauchen genau das Gegenteil.“ Anschließend reisten Michael Cramer und Bettina Herlitzius nach Roetgen und Raeren. Die Roetgener Grünen zeigten die touristischen Potentiale des Eifel-Ardennen-Gebietes und die mit EU-Mittel geförderten Arbeiten für den Ravel-Radweg entlang der Vennbahntrasse von Aachen nach Luxemburg. Michael Cramer zeigte sich besonders von der erlebbaren Grenzgeschichte begeistert. Er selbst hat in der EU das Projekt des „Iron Curtain Trail“ initiiert, eines Radwegs entlang des Eisernen Vorhangs quer durch Europa. Ergänzend zum Ravel-Radweg fordern die Grünen die Reaktivierung der Vennbahn. Dies ist aufgrund der ehemaligen Zweigleisigkeit technisch möglich und würde sich hervorragend mit dem Radtourismus ergänzen. Die Eisenbahnfreunde Grenzland stellten am Stellwerk Walheim ihre Pläne für eine Reaktivierung vor.

In Raeren zeigte die wallonische Abgeordnete von ecolo, Monika Detheir-Neumann, die gerade abgeschlossenen Sanierungsarbeiten der belgischen Vennbahntrasse Richtung Stolberg. Über die Möglichkeiten einer Reaktivierung sprachen sie dann mit Gérard Verstraelen, dem Vertreter von Infrabel, dem belgischen Bahninfrastrukturbetreiber. Er bestätigte den belgischen Wunsch einer raschen Inbetriebnahme von Raeren nach Stolberg besonders für den Güterverkehr und die technische Machbarkeit einer Bahntrasse parallel zum Radweg. Michael Cramer bestärkte die belgischen und deutsche Grünen in ihren Plänen und sagte sein Unterstützung zu.

 

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