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Im Workshop fanden sich sechs interessierte TeilnehmerInnen, die sich trotz ihrer jeweils ganz individuellen Freude am Reisen auch mit den Umweltauswirkungen des Reisens und ihren ambivalenten Gefühlen auseinandersetzen wollten.
Zunächst gab es ein kurzes Impulsreferat von Bettina Herlitzius, die unter anderem davon berichtete, dass sie selbst durchaus auch den Traum hat, einmal die Malediven zu besuchen, die durch den Klimawandel vom Untergang bedroht sind. Sie machte folgenden Diskussionsaufschlag: "Fairänderung" beim Reisen bedeutet Abschied zu nehmen von liebgewonnen Gewohnheiten. Ist der Kurztrip mit dem Flieger nach London attraktiver und preiswerter als eine Bahnfahrt nach Prag, fällt es schwer Lebensstile und Urlaubsgewohnheiten zu ändern. Sind Selbstdisziplin, "slow travel" oder lotteriebasierte Kontingente geeignete Instrumente? Wie können wir unser Bewusstsein über die sozialen und ökologischen Auswirkungen unseres Reiseverhaltens schärfen, damit sich unser Verhalten ändert? Warum reisen wir überhaupt?
Aus der Gruppe kam die Rückmeldung, dass das Reisen einen Zuwachs an Freiheit, Erholung, Erfahrung und Lebensqualität bedeutet, aber trotzdem andererseits auch ein schlechtes Gewissen macht, weil man/frau sich der Umwelt gegenüber verantwortlich fühlt. Das für den Einzelnen Reisen nicht unbedingt an der Geldfrage scheitert, war in der Gruppe auch aufgrund ganz unterschiedlicher Geldbeutel schnell klar. Die Möglichkeit des billigen Fliegens hat Lebensstile und Urlaubsgewohnheiten geprägt, auf dem Markt gibt es ein verlockendes und preiswertes touristisches Überangebot.
Sehr schnell kam die Diskussion auf den Bereich "Mobilität", denn die die Wahl des Transportmittels steht bei einer Reise im Mittelpunkt, wenn man die CO2-Belastung der Reise reduzieren will. So ist zum Beispiel in den letzten 10 Jahren die Anzahl der per Flieger zurückgelegten Urlaubsreisen um 33 Prozent gestiegen, aber das Fliegen ist im Vergleich zum Reisebus oder zum Fernverkehr der Bahn bis zu 11mal schädlicher für die Atmosphäre. Ein Flug von Deutschland nach Mallorca schädigt das Klima so sehr, wie ein Jahr Auto fahren. Die Billigflugreiseangebote entsprechen jedoch nicht den echten Kosten des Fliegens und benachteiligen andere Verkehrsträger. Einigkeit herrschte darüber, dass Mobilität teurer werden muss und Verkehrsträger wie der ÖPNV oder die Bahn Nutznießer von Subventionen sein sollten. Um an Attraktivität zu gewinnen, sollte die Bahn außerdem im ländlichen Raum weiter ausgebaut, sowie ein Deutschlandtakt eingeführt werden.
Interessanterweise wurde im laufe der Diskussion mehrfach geäußert, dass die Politik das Problem viel "mutiger" angehen solle. Als es abschließend darum ging, konkrete Forderungen an die nächste Bundesregierung zu formulieren wurden dann auch die TeilnemerInnen sehr viel vorsichtiger und formulierten folgendes Fazit:
"Wir wollen auch in Zukunft reisen können und dennoch die Verantwortung für die Auswirkungen tragen. Deshalb verlangen wir mehr Transparenz durch die Angabe des CO2-Ausstoßes eines jeden Verkehrsmittels auf allen Werbeträgern, Fahrscheinen und Internetportalen. Darüber hinaus wollen wir einen sofortigen Stopp der Subventionen für die extrem umweltschädlichen Verkehrsmittel zugunsten der klimafreundlichen Alternativen."