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Abenteuer, Bildung, Erholung - all das kann Urlaub sein. Das Reiseverhalten hat sich im Laufe der Jahre geändert: Die Leute reisen kürzer und träumen von exotischen Zielen. Reisen bedeutet für die Menschen einen Zuwachs an Freiheit, Erholung, Erfahrung und Lebensqualität. Auch wer wenig Geld zur Verfügung hat, kann reisen. Billige Flüge prägen unsere Urlaubsgewohnheiten, es gibt ein verlockendes und preiswertes touristisches Überangebot.
Bündnis 90/Die Grünen wollen, dass die Tourismuspolitik nachhaltiger und transparenter gestaltet wird. Dazu gehört, dass die Verbraucher Informationen über soziale und ökologische Auswirkungen ihrer Reise erhalten.
Heute wird so viel geflogen wie nie zuvor. So ist zum Beispiel in den letzten 10 Jahren die Anzahl der Flugreisen um 33 Prozent gestiegen. Dabei ist das Fliegen im Vergleich zum Reisebus oder zum Fernverkehr der Bahn viel schädlicher für die Atmosphäre.Deshalb hat gerade die Wahl des Verkehrsmittels bei der Anreise eine besondere Bedeutung, wenn man die CO2-Belastung und damit die Umweltbelastung der Reise reduzieren will. Ein Beispiel: Ein Flug von Deutschland nach Mallorca schädigt das Klima so sehr, wie ein Jahr Auto fahren. Die Billigflugreiseangebote entsprechen also nicht den "echten Kosten" des Fliegens und benachteiligen durch die aktuelle Subventionspolitik andere Verkehrsträger wie die Bahn oder gar Reisebusse.
- Bündnis 90/Die Grünen fordern, dass die Mehrwertsteuerbefreiung von Auslandsflügen abgeschafft und eine Kerosinsteuer eingeführt wird.
Schneemangel in den Alpen und Mittelgebirgen sowie Hitzeperioden am Mittelmeer führen zur Veränderung alter Urlaubsgewohnheiten. Diese Entwicklung erfordert von der Tourismuswirtschaft und der Politik neue und auch mutige Schritte zu gehen.
In 20 Jahren werden Harz, Hochsauerland, Schwarzwald und Thüringer Wald schneefrei sein. Auch Schneekanonen bieten aufgrund steigender Temperaturen keine Rettung, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.
Die Eifeler Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen und Heckenlandschaften war früher Lebensgrundlage. Heute dagegen sind naturnahe Lebensweisen, abwechslungsreich gestaltete Landschaften und eine relative Nähe zu Ballungsräumen ein wichtiges Pfund für die touristische Entwicklung einer Region. Das "Ausräumen" der landschaftlichen Besonderheiten gefährdet die touristische Attraktion der ländlichen Regionen. In der Eifel pflegt man z.B. Streuobstwiesen, um die Ortsbilder zu erhalten. Die Früchte werden anschließend als Saft über die Regionalmarke "Eifel" vermarktet. Natur- und Landschaftsschutz wird erfolgreich mit regionalen Produktionsabläufen und Verdienstmöglichkeiten gekoppelt. So konnten regionale Arbeitsplätze erhalten und langfristig gesichert werden.
- Bündnis 90/Die Grünen setzen sich ein für eine nachhaltige Tourismuspolitik, die soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllt und insbesondere für die ortsansässige Bevölkerung wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig ist.
Für den Deutschlandtourismus ist vor allem die Entwicklung der Infrastruktur, sind Erreichbarkeit und Barrierefreiheit in einer alternden Gesellschaft wichtige Kriterien. Vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und angesichts des Klimawandels wird die Entwicklung eines nachhaltigen Komforttourismus mit Produktketten von Haustür zu Hoteltür ein enormes Entwicklungspotenzial erfahren.
Das erfordert von den Akteuren aber auch über den eigenen Tellerrand zu blicken und vernetzt zu denken.
Es heißt Abschied zu nehmen von liebgewonnen Gewohnheiten. Doch solange der Kurztrip mit dem Flieger nach London attraktiver und preiswerter ist, als eine Bahnfahrt nach Prag, fällt es schwer unsere Lebensstile und Urlaubsgewohnheiten zu ändern. Auch "atmosfair" Ausgleichszahlungen sind eine Möglichkeit, die Schäden des Reisens in gewisser Weise auszugleichen. All das ist trotzdem kein Freibrief, der umweltschädigendes Verhalten an anderer Stelle kompensiert. Nur mit nachhaltigen Entwicklungsstrategien kann man den Ursachen und Folgen des Klimawandels begegnen.
- Bündnis 90/Die Grünen verlangen mehr Transparenz durch die Angabe des CO2-Ausstoßes eines jeden Verkehrsmittels auf allen Werbeträgern, Fahrscheinen und Internetportalen.
- Bündnis 90/Die Grünen setzen sich für die Entwicklung neuer touristischer Leitbilder ein.
- Bündnis 90/Die Grünen wünschen Informationskampagnen zur Problematik Reisen-Treibhauseffekt-Klimawandel

