Seitenkopf 2011 NEULogo der Bundestagsfraktion

25. August 2009

Für die Entwicklung eines ganzheitlichen nationalen Wassertourismuskonzepts

wassertourismus 250

Die Potenziale des Wassertourismus werden seit der Jahrtausendwende zunehmend ernster genommen. Bislang fehlt es jedoch an einer umfassenden und fachkompetenten Koordination auch von politischer Seite. Da Tourismuspolitik überwiegend auf Länderebene betrieben wird, fand dieses noch relative neue Tourismusfeld fand bislang einzig regional Beachtung. Es existiert bis heute bundesweit kein ganzheitliches (Wasser-)Tourismuskonzept, dabei schlummern laut Forschungsgruppe Wassersport/Wassertourismus der Hochschule Anhalt im Bereich des Wassertourismus erhebliche Potenziale, deren Wachstum nicht ungelenkt erfolgen sollte. Auf unsere Kleine Anfrage "Stand der Entwicklung von Infrastruktur- und Marketingmaßnahmen für den Wassertourismus in Deutschland" (BT-Drs 16/13841) erhielten wir leider eine unbefriedigende Antwort von der Bundesregierung.

Hier die Fakten:

  • Eine Marina zieht Bootseigner an
  • Ein Bootsliegeplatz in einer Marina schafft ca. drei direkte oder indirekte Arbeitsplätze in der Region und verursacht eine Nettowertschöpfung von ca. 5000 € p. a.
  • Eine Marina als Erlebniswelt zieht 9 weitere Besucher an
  • Die Umsätze von Wassertouristen liegen zw. 15-50€/Tag

Wir meinen, die Motivation einen echten Wandel in der (Wasser-)Tourismuspolitik herbeizuführen sollte seitens der Bundesregierung größer sein. Leider konzentriert sich die Bundesregierung lediglich auf die (sport-)tourismuswirtschaftlichen Aspekte und lässt dabei die ökologischen Folgen eines ungezügelten Wassersporttourismus völlig außer Acht. Gerade Fragen der Umweltverträglichkeit rücken stark in den Hintergrund, während vor allem der Infrastrukturausbau und die Aufweichung von Genehmigungsverfahren zum Ziel erklärt werden. Was ansonsten bleibt ist Klientelpflege und Stückwerk und damit meilenweit von einem unabhängigen echten Konzept entfernt.

Allein die Investition in Schleusen und Anleger werden die Potentiale der Tourismuswirtschaft nicht auszuschöpfen helfen. Die wassertouristische Infrastruktur muss auch als verbindendes Element zum landseitigen Tourismus betrachtet werden.

Der weitere Ausbau muss den Prinzipien der Nachhaltigkeit, der Barrierefreiheit, der Integration mit den übrigen Tourismuskonzepten und der Umweltverträglichkeit entsprechen. Die Entwicklung eines ganzheitlichen nationalen Wassertourismuskonzepts ist aus unserer Sicht unumgänglich, deshalb wird sich die Grüne Bundestagsfraktion auch in der kommenden Legislaturperiode für die Entwicklung eines solchen Konzeptes einsetzen.