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Von Heiner Hautermans
Aachen. Die Monschauer Straße soll vorläufig nur an zwei Stellen ausgebaut werden: Einmal im besonders belasteten Bereich zwischen Autobahnabfahrt Lichtenbusch und der Pascalstraße, zum anderen an der Einmündung in die Schleidener Straße/Himmelsleiter. Diesen Kompromiss hat man auf Ebene der Städteregion gefunden, wurde in der Sitzung des Mobiliätsausschusses bekannt. Alle anderen Ausbaumaßnahmen sollen in einen zweiten Bauabschnitt verschoben werden. So will man einen Konflikt entschärfen, der sich in den letzten Wochen verschärft hatte.
Ursprünglich waren wesentlich größere Dimensionen geplant. Eigentlicher Bauträger ist der Landesbetrieb Straßen, der die wichtige Verbindungsstraße in die Eifel durchgängig dreispurig, zwischen Pascalstraße und Relais Königsberg sogar vierspurig vornehmen wollte. Das war zu viel für die schwarz-grüne Ratsmehrheit, die Einzelgehöfte, Streusiedlungen und die Natur in Gefahr sah und dafür plädierte, nur die Einmündung bei Relais Königsberg und zwischen Pascalstraße und Autobahn auszubauen. Im Sinne eines sparsamen Umgangs mit Steuergeldern und der Landschaft solle der Ausbau auf die bekannten Engpässe beschränkt werden.
Auf der Palme Dies rief wiederum vor allem die Stadt Monschau auf den Plan, die eine gute Anbindung für Berufspendler und Touristen einforderte und auf den ursprünglichen Plänen des Landesbetriebs bestand. Was die Monschauer besonders auf die Palme brachte, war der Hinweis des Aachener Oberbürgermeisters Marcel Philipp in einem Brief an Bürgermeisterin Margareta Ritter, die Pendler mögen verstärkt „auch andere Verkehrsarten berücksichtigen“ und den Öffentlichen Personennahverkehr nutzen, darauf liege auch in der Stadt Aachener Verkehrspolitik ein Hauptaugenmerk der Zukunft. Der Ausbau verschlechtere auch die lufthygienischen Bedingungen im Aachener Talkessel und im Innenstadtbereich, schrieb der OB in dem Brief weiter.
Verkehrsmanager Uwe Müller erläuterte in der Sitzung des Mobilitätsausschusses, weshalb die Stadtverwaltung drei oder gar vier Spuren für übertrieben hält. Man habe die Prognosen des Landesbetriebs durch eigene Messungen und andere Quellen auf den Prüfstand gestellt und sei zu anderen Ergebnissen gekommen. Der Landesbetrieb Straßen NRW sagt nämlich hochgerechnet auf das Jahr 2025 eine Frequentierung von 29 000 Fahrzeugen voraus, realistisch nach den selbst vorgenommenen städtischen Berechnungen sei dagegen ein Stagnieren oder allenfalls eine leichte Zunahme der derzeit rund 15 000 Pkw pro Tag.
SPD und FDP plädierten noch für eine abermalige Vertagung des Themas, die Vorlage sei sehr kurz, man bedürfe noch der Erläuterungen durch einen Gutachter und der Beschaffung weiterer entscheidungsrelevanter Fakten. Durch die schwarz-grüne Mehrheit wurde der Antrag jedoch abgelehnt. CDU-Ratsfrau Gaby Breuer: „Über die Monschauer Straße haben wir uns viele Gedanken gemacht.“ Bestätigt wurde auf Nachfrage, dass es sich um „einen Kompromiss mit den Kollegen aus der Städteregion“ handele. Eine entsprechende Bitte geht jetzt an den Landesbetrieb.
B 258n: Herlitzius spricht von geordnetem Rückzug
Von geordnetem Rückzug der Bundesregierung spricht die grüne Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius im Zusammenhang mit der umstrittenen und in Aachen überwiegend abgelehnten B 258n zwischen Richterich und Kerkrade. Die Antwort auf eine von ihr gestellte Frage mache deutlich, dass die Bundesregierung das Projekt nicht mehr ernsthaft verfolge. Darin bestätige sie nämlich, dass sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis durch das Urteil des niederländischen Oberverwaltungsgerichts verringere. Der
Raad van State hatte nämlich den Buitenring, an den die B 258n angebunden werden soll, zumindest vorläufig gestoppt. Dadurch ergibt sich eine Verzögerung von einem dreiviertel Jahr. Herlitzius hofft, dass dies das Aus für das gesamte Projekt ist. (hau)