Bettina Herlitzius, MdB

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17. August 2008

Sommerradtour 2008

von Bettina Herlitzius

Start in Kohlscheid
Nach tagelangen Sommerstürmen mit heftigen Regenschauern grüßte die Sonne zu Beginn der Radtour und begleitete die Gruppe die ganzen Tage. Bürgermeisterin Anne Fink verabschiedete die Gruppe auf dem Markt in Kohlscheid. Neben Bettina Herlitzius u. a. gehörten auch die grünen Parteivorsitzenden von Aachen-Stadt und Kreis, Dr. Thomas Griese und Rolf Beckers der Gruppe an. Letzterer hatte die Tourenplanung übernommen.

Die Verbesserungen für den Radtourismus wurden schon nach wenigen Metern sichtbar. Am ersten Knotenpunkt konnte man sich von dem neuen Knotenpunktsystem überzeugen, dass die Routen ergänzt und jeweils eine Karte des Gebietes bereithält. Neben der Straße wird hier mit Euregionalemitteln ein separater Radweg gebaut, der u. a. zur sogenannten Hochzeitswiese führt.

Direkt neben der Hochzeitswiese soll nach den Planungen des Bundes die Trasse der B258n entlangführen, erläuterte Bettina Herlitzius. Der mitradelnde Vertreter von Groen-Links in Kerkrade, Marcel van Aken, zeigte dann auf niederländischer Seite, wo die B258n ankommen soll und einen Anschluss an den sogenannten Buitenring finden wird. Gegen dieses Projekt eines Stadtautobahnrings der Parkstad organisiert sich nun Widerstand. Im Rathaus von Kerkrade traf die Gruppe um Bettina Herlitzius mit VertreterInnen der Bürgerinitiative gegen den Buitenring und von Groen-Links zusammen, darunter die Fraktionsvorsitzende Annemarie Fischer.

Der Buitenring würde erhebliche Nachteile für AnwohnerInnen und den Naturschutz bringen. Gleichzeitig ist der Bedarf für den vierspurigen Ausbau überhaupt fraglich. Nicht zuletzt wegen des engen Zusammenhangs zwischen Buitenring und B258n wurde eine engere Abstimmung zwischen deutschen und niederländischen Aktionen vereinbart.

Nächste Station war Baesweiler. Die dortige Burg wurde gründlich und liebevoll restauriert und beherbergt nun die Stadtbibliothek, einen Veranstaltungssaal und einen gastronomischen Betrieb, der zur Mittagsrast einlud. In Baesweiler besichtigte die Gruppe das Euregionale-Projekt "Carl Alexander Park" auf der alten Halde der dortigen vormaligen Zeche mit Aussichtsterrasse und dem Steg durch die Baumwipfel.

Auf dem Weg nach Gangelt begleitete die Radwandernden der Lärm der AWACS-Flugzeuge, die umfangreiche Übungsflüge absolvieren. Die Flugzeuge sind deutlich lauter und dreckiger als vergleichbare Maschinen im zivilen Luftverkehr. In Gangelt traf die Gruppe mit Vertretern der "Bürgerinitiative gegen AWACS-Emmissionen zusammen", u. a. Heiner Molt. Sie erläuterten die Aktivitäten der Bürgerinitiative, darunter die Lärmmessungen, die Werte bis 107 dB im Wohngebiet zeigten. Bettina Herlitzius wird sich als Bundestagsabgeordnete in dieser Angelegenheit an das Verteidigungsministerium wenden.

Das neue Gangelt-Informationscenter liegt direkt am neuen Naturpark Rodebach-Roodebeek, das grenzüberschreitend den Naturschutz und die Naherholung in der Region stärkt. Zentral ist dabei auf deutscher Seite die Renaturierung des Rodebachs, der nun wieder mäandernd einen breiten Streifen durchzieht und Heimat für eine bunte Pflanzen- und Tierwelt geworden ist. Bettina Herlitzius zeigte sich überrascht und erfreut über die gute Zusammenarbeit der Gemeinden Gangelt, Waldfeucht und Selfkant in der "Freizeitregion Selfkant".

Sittard, das Ziel des ersten Tages, lockt mit der pittoresken und lebendigen Szenerie des Marktplatzes und seinen zahlreichen Lokalen. Bei einem gemeinsamen Abendessen und einem anschließenden Ausklang auf der immer noch warmen Terrasse gab es einen Austausch mit VertreterInnen von Groen-Links in Sittard. Auch hier wurde ein engerer Austausch über die grüne Grenze hinweg vereinbart.

Der Kreis Heinsberg stand im Mittelpunkt des zweiten Vormittags. Der Selfkant hat mit seiner Natur, aber auch mit seinen Windmühlen in Breberen und Waldfeucht oder der Dorfkirche in Millen aus dem Jahre 1006 Kleinode zu bieten, die sich touristisch sicher vermarkten ließen.

In Heinsberg wurde Mittagsrast eingelegt am Lago Laprello. Mit Euregionalemitteln wurde hier der See neu erschlossen. Der "Bewegte See" im Süden lädt zum Schwimmen und Spazieren und soll auch Bötchenverkehr bekommen. Der "Schnelle See" ist für Sportnutzung vorgesehen, während der "Stille See" der Natur vorbehalten bleiben soll. Verterinnen der Grünen vor Ort, wie die Orts- und Kreisvorsitzenden Gaby Schlösser und Birgit Ummelmann, erläuterten die Entwicklung des Projekts. Die Heinsberger Fraktionsvorsitzende Gisela Johlke wies darauf hin, dass dies Projekt auf eine Idee der Grünen zurückgeht.

Entlang des Rur-Radwegs ging es Richtung Jülich. Dabei fiel der deutliche Unterschied zwischen den Kreisen Heinsberg und Düren bei dem Stand der Radwege auf. Im Dürener, insbesondere im Jülicher Bereich sind die Radwege oft viel zu schmal und teilweise gefährlich angelegt und scheinen nicht gepflegt zu werden. "Eine solche Vernachlässigung schadet dem ganzen Rurradweg als vermarktbares Projekt", ärgerte sich Bettina Herlitzius.

In Jülich besichtigte die Gruppe die Baustelle des ersten Solartechnischen Hochtemperaturkraftwerks. Der dortige Projektleiter Dr. Thomas Hartz und Prof. Bernhard Hoffschmidt vom Solarinstitut Jülich erläuterten sehr engagiert die Funktionsweise des Kraftwerks und die Hoffnung, dass mit einem solchen Demonstrationskraftwerk ein Markt für Solarkraftwerke besonders in Nordafrika erschlossen werden kann. Für das Überleben des Planeten ist klar: Zur regenerativen Energie gibt es keine Alternative und Hartz und Hoffschmidt sind überzeugt, dass die Sonne eine herausragende Stellung bei der Stromproduktion erhalten wird.

Der dritte Tag führte von Jülich weiter an der Rur entlang nach Düren. Bei der Mittagsrast gab es einen Austausch mit dem Vorsitzenden der Kreistagsfraktion Oliver Krischer, der u. a. von dem jahrelangen Kampf der dortigen Grünen für eine verbesserte Pflege und Instandhaltung der Radwege berichtete. Die Gruppe konnte da aus eigenen Erfahrungen nur zustimmen.

Auf dem Weg zurück nach Aachen wurde der Braunkohletagebau in Inden besichtigt. Am neuen Aussichtspunkt in Lamersdorf traf die Gruppe VertreterInnen der dortigen sowie der Eschweiler Grünen. Gemeinsam radelte man dann weiter am Kraftwerk Weisweiler vorbei nach Eschweiler. Nach einer kurzen Rast an der Eisdiele ging es weiter nach Aachen, wo die Gruppe am späten Nachmittag von den Daheimgebliebenen im Grünen Zentrum empfangen wurde.

 

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