Bettina Herlitzius, MdB

Springe direkt zu: ContentbereichHauptnavigationSuche


Seitenkopf 2011 NEULogo der Bundestagsfraktion

ServiceNavigation


Suche


Hauptnavigation


Sie sind hier:

 
  1. Startseite
  2. Stadtentwicklung 
  3. Klimaschutz in der Stadt 

Klimaschutz in der Stadt

 

Gesamt Picto Flyer Städtebau

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger!

Städte tragen weltweit mit ihren Gesamtemissionen erheblich zum Klimawandel bei. Der urbane Raum ist für 75 Prozent der gesamten CO2 Emissionen verantwortlich. 40 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs entfallen auf den Gebäudesektor. Erfolgreicher Klimaschutz ist deshalb ein städtisches Thema. Städte haben viele Möglichkeiten die Rahmenbedingungen für mehr Energieeffizienz zu setzten.

Auf dem Weg zu einer grünen nachhaltigen Stadt der Zukunft spielen neben der Umsetzung von Klimaschutzzielen, auch die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels eine große Rolle. Der Umbau unserer Städte muss neue Wege beschreiten und zukunftsweisende Ziele verfolgen.

Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenfassung wichtiger Aspekte des Klimaschutzes in der Stadt. Diese habe ich in einem Faltblatt Zusammengafasst, dass Ihnen hier auch zum download bereit steht.

 

Unterschrift Bettina

Bettina Herlitzius MdB

Sprecherin für Stadtentwicklung

Obfrau im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

 

Was kann ein Kommunales Klimaschutzkonzept?

Die Handlungsfelder für Kommunalen Klimaschutz sind vielfältig. Sie reichen von der klassischen Bauleitplanung, über die Förderung von Energieeffizienz bis zur klimagerechten Mobilität. Dabei ist die kommunale Verwaltung ein wichtiger Akteur. Demnach können die ehrgeizen Klimaschutzziele nur durch gemeinsame Anstrengungen der Kommune, der Investoren und der privaten Haushalte erreicht werden.

 Eine Vielzahl der Maßnahmen haben direkten Einfluss auf die gebaute Umwelt. Um diese Maßnahmen zu koordinieren bedarf es abgestimmter Konzepte und einen effizienten Einsatz der Mittel.

Kommunale Klimaschutzkonzepte müssen:

  • in den Stadtentwicklungsplan integriert werden.
  • von der politischen Spitze getragen werden.
  • mit der Bevölkerung gemeinsam erarbeitet werden.

Siehe auch: www.kommunaler-klimaschutz.de,„Praxisleitfaden Klimaschutz in Kommunen“

 

Wie kann ich Kommunale Klimaschutzkonzepte realisieren?

Bei der Aufstellung von Klimaschutzkonzepten geht es zuerst immer um eine Bestandsaufnahme. Auf dieser Grundlage werden dann in den verschieden Bereichen die Klimaschutzpotenziale ermittelt. Diese können, abhängig vom Gebäudebestand, der Siedlungsstruktur, Einsparpotenzialen sowie geeigneten Standorten für erneuerbare Energien, in den Kommunen sehr unterschiedlich sein. Anschließend werden im Konsens mit allen Akteuren Einsparziele formuliert und daraus ein konkreter Maßnahmenkatalog abgeleitet. Nachdem ein Konzept erstellt wurde, wird die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten eingerichtet. Ein Klimaschutzbeauftragter ist für die Koordinierung und Vorbereitung der im Konzept erarbeiteten Maßnahmen zuständig. Er begleitet die Umsetzung und organisiert den Beteiligungsprozess, der nicht mit der Konzepterstellung aufhören darf, sondern verstetigt werden sollte. Kommunen können für die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts und für die Personalkosten des Klimaschutzbeauftragten Fördermittel vom Bundesumweltministerium (BMU) erhalten.

 

Wieviel Fläche verbraucht Deutschland?

Karte Deutschland Grün Flyer Städtebau Trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen wächst die Siedlungsfläche in Deutschland stetig. ProTag gehen in Deutschland etwa 87 Hektar Wald und Ackerfläche verloren. Das sind mehr als 200 Volleyballfeldern pro Stunde. Dabei werden Böden zerstört, die wichtig für die CO2-Speicherung sind. Außerdem erzeugt die zunehmende Zersiedlung mehr Verkehr. Lebensräume werden zerschnitten und der Klimawandel weiter befördert.

Siehe auch: www.nabu.de/aktionenundprojekte/flaechensparen/meldungen/13766.html

 

Lässt sich der Flächenverbrauch stoppen?

Flächen sparen bedeutet nicht, dass junge Familien auf den Traum vom Eigenheim verzichten müssen. Es bedeutet auch nicht, dass Unternehmen in Deutschland nicht mehr expandieren können. Denn es gibt Alternativen zum Bau auf der grünen Wiese. Maßvolle Nachverdichtung im Bestand und die Nutzung von Brachflächen erlauben es, Bauvorhaben zu realisieren, ohne neue Flächen in Anspruch zu nehmen. Das Wiedernutzungspotenzial von Brachen in Deutschland liegt bei rund 65.000 Hektar . Und dieser Bestand wächst täglich. Flächenkreislaufwirtschaft (Flächenrecycling) setzt auf den systematischen Umgang mit der Wiedernutzung und dem Brachfallen von Flächen. Zusätzlich kann mit Nachverdichtung der Flächenverbrauch reduziert werden. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Maßnahme die ökologische und städtebauliche Funktionstüchtigkeit des Standquartieres nicht beeinträchtigt. Wohnungsnahe Erholungsflächen und die besondere Artenvielfalt in älteren Wohngebieten müssen erhalten bleiben. Es wird immer Ausnahmefälle geben, bei denen Maßnahmen nicht durch Innenentwicklung realisierbar sind. In diesen Fällen ist es wichtig, die Nutzungen dort zu realisieren, wo sie den geringsten ökologischen Schaden anrichten. In vielen Gemeinden wird das Thema Flächenverbrauch noch viel zu wenig wahrgenommen geschweige denn in Angriff genommen. Die Kosten für die Einrichtung neuer Wohngebiete werden unterschätzt und die Kosten für die Aufbereitung von Brachen überschätzt. Zur Abwägung der tatsächlichen Kosten neu erschlossener Bauflächen müssen:

  • Die Folgekosten von Bauprojekten für die nächsten Jahrzehnte geprüft werden (insbesondere Erhalt der Infrastruktur).
  • Brachflächenkataster angelegt werden, in denen alle verfügbaren Flächen kartiert werden.
  • Ein Demografiecheck bei Bauprojekten in den Gemeinden obligatorisch vorgeschrieben werden.

Siehe auch: Grünes Positionspapier: http://www.gruene-bundestag.de/cms/beschluesse/dokbin/380/380396.flaechenverbrauch.pdf, „Nachhaltiges Flächenmanagement – Ein Handbuch für die Praxis“ auf www.refina-info.de und http://was-kostet-mein-baugebiet.de

 

Auf was muss ich bei energetischer Sanierung achten?

Sanierung trägt nicht nur maßgeblich zum Ziel des Klimaschutzes bei, sondern senkt deutlich die Nebenkosten. Energetische Sanierung kommt also nicht nur der Natur zu gute, sondern auch den Hausbewohnern. Wichtig für die Sanierung ist eine unabhängige Beratung, da es sowohl eine Fülle von Vorschriften, als auch verschiedene Möglichkeiten und Maßnahmen für die energetischen Sanierung gibt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet einen Zuschuss für Energiesparberatung an, insofern der Antrag dafür von einem von der BAFA anerkannten „Vor-Ort-Berater“ gestellt wird.Wärmebild Flyer Städtebau

Bei der Planung muss die Energiespar Verordnung (Enev) berücksichtigt werden. Diese schreibt die Energieeffizienz von Wohngebäuden bezüglich des Energiebedarfs und des Wärmeschutzes der Gebäude vor. An diese Richtwerte muss man sich halten. Grundlage dür die Erstellung eines „Fahrplans“ für das einzelne Gebäude, welcher die die effizientesten Sanierungsmaßnahmen bestimmt, kann der Energieausweis sein. So kann die Erneuerung einer einzelnen Komponente (Heizung, Fenster, Dämmung oder Lüftungs- und Wasseranlage) ein sinnvoller Schritt in Richtung Energiesparhaus sein.

Siehe auch: http://www.gruene-bundestag.de/cms/beschluesse/dokbin/352/352663.energie_2050_sicher_erneuerbar.pdf

 

Was gibt es für Förderungen?

Die KfW Bankengruppe bietet Hauseigentümern sowohl Kredite mit günstigen Konditionen und Tilgungszuschuss, als auch reine Zuschussvarianten, bei denen bis zu 17,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten übernommen werden. Die Zuschussvariante richtet sich vor allem an diejenigen die über ein ausreichendes Eigenkapital verfügen, da der Zuschuss erst nach Vollendung der Sanierungsmaßnahmen je nach erreichter Energieeffizienz ausgezahlt wird. Die Kreditvariante ermöglicht hingegen einen zinsgünstigen Kredit, sodass nicht auf bestehendes Vermögen zurückgegriffen werden muss. Je nach den erreichten Anforderungen besteht die Möglichkeit des Tilgungszuschusses, das bedeutet, dass die KfW Bankengruppe einen Teil des Darlehns übernimmt. Bei der Recherche nach geeigneten Fördermöglichkeiten sollte man immer besonders darauf achten an wen sich das Förderprogramm richtet, was dadurch subventioniert werden soll und ob die Bedingungen zum Sanierungsvorhaben und zum Bauherrn passen. Kommunen könnenbei der KfW Bankengruppe eine Förderung für Konzepte beantragen, die als Grundlage für die energetische Quartierserneuerung dienen. Auch ein Sanierungsmanager, der die Umsetzung der Maßnahmen begleitet wir dunterstützt. Weitere Förderprogramme gibt es auch für die Straßenbeleuchtung und kommunale Bauten. Eine weitere bewährte Möglichkeit kostengünstig zu sanieren, die für Hauseigentümer und Kommunen interessant sein kann, bietet das sogenannte „Contracting“. Dabei erbringt ein Unternehmen eine kostenlose Leistung wie zum Beispiel den Einbau einer neuen Heizung. Im Gegenzug zahlt der Kunde dem Unternehmen über einen gewissen Zeitraumeine entsprechende monatliche Rate. Auch in den Ländern gibt es verschiedene Förderangebote. Eine gute Übersicht hat der Expertenkreis „Förderung von Klimaschutz und nachhaltiger Energiepolitik für die Kommune der Zukunft“ zusammengestellt:

www.klimabuendnis.org/fileadmin/inhalte/dokumente/2010/Expertenkreisbericht_Internet.pdf

 

Wie sieht Nachhaltige Mobilität aus?

Städtische Mobilität muss so gestaltet sein, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht ein bestimmtes Verkehrsmittel. Weniger Autoverkehr und ein gut ausgebautes ÖPNV-System in den Städten lässt Kindern mehr Bewegungsfreiheit, schafft für Familien eine höhere Lebensqualität, sorgt für mehr Integration von älteren und sozial schwächeren Menschen und sichert allen Verkehrsteilnehmern mehr Raum. Orientierung bietet das Leitbild der barrierearmen Stadt der kurzen Wege. Auf der Suche nach neuen Mobilitätskonzepten, ist die Reduzierung von wegen der erste wichtige Schritt.Schild E-Mobil Flyer Städtebau

 

Der CO2-Ausstoß im Verkehr ist, im Gegensatz zu allen anderen Sektoren, in Europa zwischen 1990 und 2006 um 36% gestiegen. Obwohl der Anteil an ÖPNV und Rad stetig gestiegen ist, hat sich das Stadtbild kaum verändert. Dabei ist der umbau der Hauptverkehrsstraßen eine große Herausforderung. Doch auch kleinteilige Maßnahmen, wie die Ausweisung von Shared-Space-Bereiche, sind Bausteine nachhaltiger Verkehrspolitik.

Anreize das Auto stehen zu lassen müssen gefördert werden. Geeignete Alternativen sind zum Beispiel: Car-Sharing, die Bahn, oder Pendlerschnellradsysteme. Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrrädern bietet ebenfalls enorme Potentiale für Städte, die bisher aufgrund ihres bergigen Profils nur geringen Fahrradverkehr verzeichnen.

Siehe auch :http://www.gruene-bundestag.de/cms/verkehr/rubrik/0/68.verkehr.html

 

Was ist energetische Quartierserneuerung?

Die energetische Quartierserneuerung stellt das größte Energieeinsparpotential der Kommunen dar. Maßnahmen der energetischen Sanierung auf Stadtteilebene rechnen sich drei- bis viermal schneller als bei Einzelmaßnahmen im Gebäudebereich. Denn je nach Siedlungstypologie lassen sich Förderprioritätsgebiete ausweisen, in denen die Effizienz des Fördermitteleinsatzes aufgrund der Bau- und Siedlungsstruktur höher liegt als in anderen Gebieten, so zum Beispiel die intelligente Kombination von Gebäudesanierung, Aufstockung, Nachverdichtung, ergänzendem Neubau und Effizienzsteigerung in der Wärmeversorgung. Die demografische Entwicklung sowie die soziale Lage in den Stadtteilen stellen weitere wichtige Anforderungen an effektive und zugleich sozial ausgewogene energetische Strategien dar.

Zum Beispiel liegen große Einsparpotentiale auch bei der Straßenbeleuchtung. Sie macht oft einen beträchtlichen Teil der kommunalen Energiekosten aus. Neben Energieeinsparungen bedarf es auch dezentraler erneuerbarer Strom- und Wärmeproduktion vor Ort. Erneuerbare Energien sind nicht nur in Form von großen Offshore-Windanlagen effektiv. Auch einzelne private Photovoltaikanlagen und Kleinwindanlagen leisten einen wichtigen Beitrag. Hierbei kann ein Solarkataster den Hauseigentümern ode der kommune Orientierung bieten.

 
Wärmebild Karte Flyer Städtebau

 

Ist energetische Sanierung ohne Mieterhöhung möglich?

Wenn Innenstadtquartiere aufgewertet werden und der Bestand modernisiert wird, drohen Mietsteigerungen. In einigen Fällen ziehen die Mieten so drastisch an, dass alteingesessene Mieter verdrängt werden. Dabei ist die Theorie ganz einfach: Durch die Reduzierung von Heizkosten können Mieter Geld sparen. Der Vermieter legt im gleichen Umfang seine Modernisierungskosten auf den Mieter um. Ein Nullsummenspiel! In der Praxis ist es nicht ganz so einfach: Oft übersteigen die Modernisierungskosten das Einsparungspotential. Die Zusatzkosten sollten dann gerecht zwischen Mieter, Vermieter und Staat verteilt werden. Damit das gelingen kann, bedarf es einer sozial gerechten und klimafreundlichen Wohnungspolitik, sowie eines angepassten Mietrechtes und geeigneter Förderung.. Eckpunkt einer kommunalen Sanierungsstrategie können folgende Aspekte sein:

  • Keine Subvention von Schrottimmobilien über die Kosten der Unterkunft
  • Die Verhinderung von Verdrängung aufgrund von Mietsteigerungen über den Einsatz von Milieuschutzsatzungen nach Baugesetzbuch
  • Die Schaffung und der Schutz des innerstädtischen Wohnraums
  • Und das Ende des Ausverkaufs von kommunalen Wohnungsbeständen

Siehe auch: www.gruene-bundestag.de/cms/Beschluesse/dokbin/372/372197.mietrecht.pdf

 

Zusätzliche Information